Motorrollleidenschaften

Ich bin euch geduldigen Lesern ja noch eine Etappe meiner laotischen Rundreise schuldig geblieben, das hat in meinen vorletzten Beitrag nicht mehr hineingepasst. Aber jetzt passt es. Ihr dürft also noch einmal kurz vergessen, dass ich eigentlich schon lange in Thailand bin, und mit euren laosinteressierten Ohren und Augen genau lauschen und gucken.

Wir hatten uns von Luang Prabang aus aufgemacht in die Partystadt Vang Vieng, wo von einem (natürlich nicht namentlich genannten) Reisegruppenmitglied recht schnell potenzielle Drogenquellen und von ein paar anderen Reisegruppenmitgliedern umgehend potenzielle Partygelegenheiten identifiziert wurden. Aber keine Angst, von Drogen und Alkohol habe ich mich diesmal weitestgehend ferngehalten. Ich wollte ja nicht, dass die Trollmama auf der Weiterreise ihren betrunkenen oder bekifften Reisetroll irgendwo vergisst und ich mich dann alleine weiter durch dieses Laos schlagen muss.

Vermutlich auch deswegen hat bei unserem Besuch in Vang Vieng dann doch die wunderschöne Naturumgebung am meisten Eindruck bei mir hinterlassen. Am tollsten fand ich die Höhle vom Herrn Buddha. Der hat sich da einfach reingelegt und geschlafen, hat sich von uns Touristen gar nicht weiter stören lassen. Und auch nicht von dem großen Loch in der Höhlenwand, durch das ihm die ganze Zeit die Sonne auf den Kopf gefallen ist.

Wir haben uns dann am schlafenden Herrn Buddha auf leisen Troll- und Menschenzehen vorbeigeschlichen und auch noch die dunkleren Teile der Höhle erkundet. Dabei haben wir sogar das Badezimmer vom Herrn Buddha entdeckt.

Und am Ende waren wir auch noch in seinem Garten, unten am Berg, in dem der Herr Buddha oben drin lag. Uiuiuih, da hätte ich auch durchaus noch länger bleiben können. Aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, die Trollmama alleine mit ihrer Reisegruppe weiterziehen zu lassen. Ich bin nach langem Überlegen dann doch wieder in ihre Tasche gehüpft.

In Vang Vieng haben wir schließlich auch einen Teil unserer Bootsreisegruppe verloren (nein, keine Alkohol-, Party- oder Drogentoten – lediglich andere Weiterreisewege) und sind schließlich mit Christoph, Mariola und Marcelo in Richtung Tha Khaek aufgebrochen, um dort gemeinsam ein Motorrollabenteuer zu starten.

In unserem Bus dorthin waren wir übrigens äußerst sicher, der hat nämlich glaube ich dem Herrn Buddha persönlich gehört. Warum hätten die auch sonst ihre Buddhageschenke direkt drangesteckt? Drinnen war er aber diesmal nicht, der Herr Buddha. Der hat wohl weiter in seiner Höhle geschlafen.

Angekommen in Tha Khaek haben wir erst einmal in einem gruseligen Hostel mit riesigen Geckos an der Wand geschlafen (gucke in laotischen Hostels niemals hinter die Bilder!) und uns dann am nächsten Tag früh aufgemacht um uns fahrbare Untersätze zu organisieren. Hat funktioniert.

Der Herr Wang hat uns freundlicherweise für eine kleine Geldspende ein paar zur Verfügung gestellt und auch gleich noch eine Karte für die Orientierung in den nächsten drei Tagen. Wir haben den Herrn Wang zum einen gewählt, weil er keine ganz so große Geldspende wollte, und zum anderen, weil wir gehört haben, dass er kleine Kratzer an einem Motorrollgerät nicht ganz so ernst nimmt und uns auch nicht nach unseren Fahrkünsten auf selbigen gefragt hat, bevor er uns welche gegeben hat. Hihihi… Um es aber vorwegzunehmen: Die Fahrkünste von der Trollmama und mir waren auf dem ganzen Weg sehr wunderbar und wir haben dem Herrn Wang auch keinen einzigen Kratzer in sein Gefährt gemacht. Und uns in unsere Haut auch nicht.

Nach erfolgreicher Motorrollgerätbeschaffung noch eine letzte Stärkung am Fluss… und los gings!

Unser erster Stopp auf der Strecke war wieder eine Höhle, diesmal aber nicht nur mit einem Buddha drin, sondern gleich mit hunderten. Die Höhle heißt Tham Pa Fa und wurde im Jahr 2004 von einem Einheimischen ganz zufällig beim Jagen entdeckt. Innen drin waren zu seinem Erstaunen 229 bis zu 300 Jahre alte Buddhastatuen aus diversen Materialien wie Stein, Silber und Blei.

Hört sich ganz schön spannend an, oder?

Man muss dazu sagen, dass die Bewohner des Dorfes unter der Höhle Tham Pa Fa die Vermarktung und Erhaltung ihrer Höhle als ihre persönliche Aufgabe ansehen und Tham Pa Fa auch die Haupteinnahmequelle der Dorfbewohner darzustellen scheint. Offensichtlich lassen sich selbige auch nicht lumpen und stecken jede Menge Arbeit in ihre Buddhahöhle, wodurch sie mittlerweile relativ bunt und glitzerig daherkommt. Man findet in der Höhle Teppichboden und Verkaufsstände für Buddhaopfergaben sowie einige rumsitzende, arbeitende oder schlafende Dorfbewohner. Und die Höhle ist nicht groß. Innen drin darf man auch keine Fotos machen, deswegen hier nur ein Schnappschuss vom Eingang aus. Da kann man die komplette Pracht der Tham Pa Fa Höhle leider nur erahnen.

Auf dem weiteren Weg sind wir, kurz bevor sich die Sonne verabschiedet hat, noch an wundersamen Feenseen mit abgestorbenen Bäumen darin vorbeigekommen. Ganz schön gruselig. Aber auch ganz schön schön.

Am Ende unseres ersten Tages auf dem Motorrollgerät haben wir schließlich recht zufällig eine Familie gefunden, die uns für die Nacht in ihrem frisch eröffneten Homestay schlafen hat lassen. Wie wir später erfahren haben, waren wir die ersten Gäste.

Bei Tageslicht sah das da so aus.

Zur abendlichen Unterhaltung gab es Lagerfeuer und Laolaoschnaps vom Hauspapa und zur weiteren Belustigung einen Vogel, der Motorrollgeräusche nachmachen konnte,…

Zur abendlichen Bewirtung gab es ein nettes kleines Restaurant mit Bier und Kaffee und gutem Essen…

… und zum Frühstück Omelett und Reis auf einem Teppich im Garten.

Besser geht das wohl kaum. Wahrscheinlich eine der nettesten und unterhaltsamsten Übernachtungen auf meiner ganzen Reise. Nach dem Frühstück haben wir uns dann wieder auf unsere fahrbaren Untersätze geschwungen. Brumm brumm.

Es war gar nicht so weit bis zur nächsten Attraktion: Weitere Seen mit toten Bäumen…

… und mit toten Fischen. Ob die wohl was mit den toten Bäumen zu tun haben?

Oder vielleicht eher mit diesen Fischerbooten? Meine Laotischkenntnisse haben nicht ausgereicht um zu fragen, ob sie die Fische schon tot aus dem See geholt haben.

Aber was ich gelernt habe, ist, dass sie nur die großen Fische schließlich auch aus dem Boot holen. Den kleinen hier wollten sie nicht, der ist drin geblieben. Bin froh, dass ich kein Fisch bin. Den See habe ich auch vorsichtshalber gar nicht erst betreten.

Ein bisschen weiter konnten wir die toten Bäume auch nochmal in schöner sehen. Keine toten Fische in Sichtweite diesmal.

Gegen Ende unseres zweiten Tages haben wir dann auch nochmal ein lebendigeres Gewässer gefunden. Eine kleine blaue Lagune, schön zum auf den Steinen rumklettern und auch schön zum Motorrollstaub abwaschen.

Ein paar sehr lebendige Fische konnte man hier auch bestaunen.

Tag zwei war nach langer Fahrt, das Ende im Dunkeln auf schlechter Straße, neben einer weiteren Höhle zu Ende, die wir uns am nächsten Morgen vor der Rückfahrt nach Tha Khaek noch angucken wollten. Die Khongor Höhle, die man nur mit dem Boot befahren kann. Also, ab ins Bett und früh den Wecker gestellt.

Die Khongor Höhle war am Ende gar nicht so spektakulär, eher eine nette Bootsfahrt im Halbdunkel. Und ein paar beleuchtete Tropfsteine gabs auch. Mir persönlich gefallen aber Höhlen mit dem Herrn Buddha drin besser. Da glitzerts dann wenigstens ein bisschen.

Nach der Höhle gings wieder rauf auf unsere Motorrollgefährte und schnell wie der Wind die 200 Kilometer zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Vorbei an laotischen und kommunistischen Fahnen …

… und noch so mancher schönen Berglandschaft.

Geendet hat unsere Motorrolltour schließlich wieder in Tha Khaek, an der Grenze zu Thailand. Letzteres haben wir uns dann gleich im Sonnenuntergangslicht über den Mekong hinüber angeschaut, weil da wollten wir ja am nächsten Tag hin. Nach Thailand. Auf die letzte Etappe unserer langen Reise.

Anton Motorrolltroll

 

Frohe Weihnachten!!

Auch, wenn meine Tippselfinger es in den letzten Tagen wieder nicht geschafft haben, recht viel zu produzieren, möchte ich euch doch ein kleines bisschen verspätet Frohe Weihnachten wünschen!

Ich hoffe, euch allen daheim geht es gut und ihr verbringt die Tage mit lieben und netten Menschen um euch herum. So wie ich. Und falls ihr keinen Strand habt, habt ihr bestimmt einen schönen Baum und ein paar Kerzen zur Hand – für die Stimmung.

Um euch noch zu zeigen, womit die Tippselfinger und der daranhängende Troll in den letzten Tagen so sehr beschäftigt waren, gibt es hier ein paar Fotos:

Unter Wasser durfte ich die Kamera leider nicht mitnehmen, das hat mir die Trollmama verboten. Aber die Fische haben bei meinem Anblick nicht schlecht geguckt, das kann ich euch sagen!

Schöne Feiertage euch allen!

Anton Weihnachtstauchertroll

Land der Flussschifffahrten, Wasserfalllandschaften und Motorrollleidenschaft

Vor drei Tagen habe ich ein Land verlassen müssen, das ich auf meiner Hindurchreise wirklich sehr ins Herz geschlossen habe. So sehr, dass ich mit der Trollmama insgesamt sogar zweimal hinein gefahren bin. Einmal von Süden, über die 4000 Inseln im Mekong. Das war vor einigen Wochen. Beim zweiten Mal vor 14 Tagen habe ich dann den Weg über durch den bergigen Norden gewählt. Und schon wieder bin ich mitten auf dem Mekong gelandet, diesmal aber nicht auf einer Insel sondern auf einem Schiff.

Was sagt uns das? Dem Mekong kann man offensichtlich nur ganz schwer entkommen, wenn man in dieses Laos hinein fahren will.

Hier haben wir also bei unserem zweiten Besuch angefangen. In Huay Xai im Norden von Laos, kurz hinter der thailändisch-laotischen Grenze.

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Ab da ging es in gemächlichem Tempo den Mekong hinunter, zunächst Richtung Pak Beng. Die Stimmung an Bord war von Anfang an prächtig.

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Wie man vielleicht erkennen kann, sind wir auf alten Autositzen gereist (Silvi, ich konnte leider das Rollkugelmonster nirgendwo entdecken…).

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So sah das dann auf dem Boot aus. Vorne der Kapitän, hinten die Bar und dazwischen die Touristen und der Reisetroll. Einige wenige Einheimische gab es auch auf dem Boot, aber den meisten war das „Slowboat“ wohl zu langsam, die haben wir hin und wieder in kleineren und deutlich schnelleren Booten vorbeiflitzen sehen.

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Weil es auf so Booten nicht so viel zu tun gibt und einem auch niemand so ohne Weiteres entkommt, haben wir uns in den zwei Tagen Slowboatfahrt eine nette Gruppe aus elf Menschen zwischen 2 und 55 Jahren aus Deutschland, Österreich, Spanien, Argentinien, Uruguay und den USA zusammengesammelt. Ein paar davon sind uns sogar bis hier in Bangkok treu geblieben.

Angekommen in Pak Beng durften wir uns erst einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang einverleiben. Danach haben wir uns noch ein bisschen indisches Essen einverleibt und am Schluss haben sich ein paar Hostelbetten uns für die Nacht einverleibt. Am nächsten Morgen hat das Dörflein Pak Beng wieder alle Touristen auf ihr Boot gespuckt und weiter gings.

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Am ersten Tag gab es von der Sonne, die da gerade untergegangen ist, rund um den Mekong und unser Boot herum auch noch recht viel.

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Das hat sich der laotische Wettergott am zweiten Tag allerdings anders überlegt. Immerhin hat er uns damit auch bunte Regenbögen beschert. Und weil wir uns in den letzten beiden Wochen nicht nur in Laos, sondern auch auf einem Intensivkurs Spanisch befanden (Mariola hat gesagt, sie schickt uns noch ein Zertifikat zu), wissen wir nun, dass Regenbogen auf Spanisch „arcoiris“ heißt.

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Zum Glück hatte unser Boot auch ein Dach und nur beim Drunterhervorlugen hab ich mir meine Trollohren ein bisschen nass gemacht.

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Angekommen in Luang Prabang waren wir etwas überwältigt von den vielen Touristen, die da durch die Straßen strömen. Das Boot war ja zugegebenermaßen auch voll mit Touristen, aber die an waren wir nach zwei Tagen Fahrt schon gut gewöhnt. Die fremden Touristen in Luang Prabang dagegen mochten wir erst einmal nicht so sehr.

Als wir uns dann aber aus der Stadt entfernt und mehr ins Umland begeben haben, haben wir da doch noch ein paar andere Dinge außer Touristen entdeckt. Zum Beispiel eine Wasserbank.

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Und wo eine Wasserbank ist, da sind zwei Wasserfälle nicht weit. Alte Trollweisheit.

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Den Wasserfall hier konnte man sich sogar von oben anschauen.

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Ganz am Ende haben wir dann sogar in Luang Prabang selbst noch interessante Sachen zum Angucken gefunden. Zum Beispiel einen Aussichtsberg (mit Aussicht), …

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ein weiteres Stück vom Mekong …

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und den ein oder anderen Tempel, …

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zum Teil auch mit singenden Menschen darin, …

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und deren Schuhen davor.

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Am Ende haben wir uns also gut mit Luang Prabang versöhnen können und haben uns entschlossen, unserer Bootsfamilie weiter Richtung Süden, nach Vang Vieng, zu folgen. Auch wenn die Stadt einen Ruf als Partytown für junge Backpackertrolle hat und wir uns nicht so sicher waren, ob das uns zwei alten Hasen gefällt.

Davon erzähle ich euch aber das nächste Mal mehr. Und von der Motorrollleidenschaft natürlich, die hat mich und meine Trollmama hier nämlich gar sehr gepackt! Jetzt muss ich aber erst einmal wieder zu meinem Mango Sticky Rice zurückkehren.

Anton Mekongtroll

 

 

 

Königreich des Nordens

Uiuiuiuiuih… meine Reise geht in so riesigen Trollschritten voran, dass ich gar nicht richtig hinterherkomme. Und gerade meine Tippselfinger tun sich schwer bei dieser Geschwindigkeit. Zum Glück kommt der Kamerafinger der Trollmama noch mit…

Gerade eben befinde ich mich schon wieder in Laos, nach zwei Tagen Schifffahrt auf dem Mekongfluss. Das war vielleicht schön! Weil ich aber auch im nördlichen Königreich der Thailänder noch so viele wunderbare Dinge gesehen habe, müsst ihr euch jetzt erst einmal die anschauen. Ohne viel Trollgeschwätz dazwischen, ihr dürft einfach nur gucken.

In Nong Khai, frisch aus Laos gekommen. Weil die Trollmama und ich noch bisschen Zeit bis zu unserem Umsteigebus nach Chiang Mai hatten, haben wir uns einen netten Figurenpark vom Herrn Buddha und seinen Freunden angeschaut.

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Und im Zentrum von Nong Khai saß der Herr Buddha auch nochmal in riesengroß und golden herum.

Meine erste Begegnung mit dem Mekong, auch in Nong Khai. Wir mochten uns auf Anhieb.

Die letzten Tage im Königreich habe ich mit der Trollmama und ein paar anderen Wandertrollen im Dschungel verbracht.

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Da sind sie, die Wandertrolle.

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Im von uns bewanderten Dschungel gab es schwarze Höhlen…

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… und grüne Bananen.

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Auch gelbe. Die haben wir gleich gepflückt und aufgegessen.

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Auch der Herr Spiderman hat eine Dschungelresidenz.

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Und ich könnte mir meine eigene Dschungelresidenz hier oben ganz gut vorstellen.

Der Herr Elefant dürfte auch mal zu Besuch kommen.

Am Ende des Tages habe ich uns die Sonne gefangen. Damit wir auch nachts noch was sehen können in unserem Dschungel. Sie ist mir aber leider im letzten Moment wieder durch die Finger geflutscht.

Zurück in der Stadt habe ich mich von den Strapazen bei meiner Leib- und Magenspeise Mango Sticky Rice erholt.

Die hier wollte ich auch erst probieren, aber dann hat mir ihr Geruch recht schnell klargemacht, warum sie Stinkfrucht heißt. Mit Stacheln und Gestank wehrt sie sich ganz gut gegen das gegessen Werden.

Mir gefällt übrigens, dass man hier so oft Selbstbauessen bekommt und sich die Suppe mit Limetten, Zwiebeln, Knoblauch und Chili noch selber verbessern darf. Hat bei der hier aber auch nichts mehr geholfen.

Auch ein paar neue Freunde habe ich hier im Königreich gefunden. Die hier war besonders laut.

Dafür waren die alle ein bisschen düster.

Und der hier hatte leider schon eine Freundin.

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Am Ende habe ich in Chiang Mai sogar noch den König von dem Königreich hier getroffen. Den habe ich mir irgendwie cooler vorgestellt. So mit Bart und Krone. Ein bisschen Glitzerzeugs hat er immerhin, echte Freunde werden wir aber wohl trotzdem nicht.

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Auf dem Weg raus aus dem Königreich habe ich dafür noch diesen glitzernden Typen getroffen. Der saß in Chiang Rai, kurz vor der laotischen Grenze herum.

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Und hinter ihm stand ein ganz schön schöner und ganz schön weißer Tempel.

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Bei näherem Hinsehen war der aber auch etwas gruselig. Die Trollmama hat mich aus dem Händemeer vor dem Eingang gerade noch rechtzeitig rausgezogen.

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Es gab jedoch auch freundlichere Wesen am weißen Tempel.

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Und… Glitzerbäume! Die haben mir sehr gut gefallen, oh ja, oh ja!

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Und dann durfte ich ein Glitzerblatt an einen dieser Glitzerbäume hängen. Die Trollmama hat mir das gekauft und mir beim Übersetzen auf Englisch geholfen.

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Da hängt es, mein Glitzerblatt.

Mit einem Glitzerblatt habe ich mich also aus dem Königreich des Nordens verabschiedet. Seitdem bin ich in einem sehr grünen Land voller Wasser.

Jetzt bin ich auch schon langsam auf dem Endspurt meiner großen Reise. Noch 22 Tage.

Aber wie ich dem Glitzerbaum auch schon erzählt habe: Das Leben ist und bleibt eine einzige große Reise. Und die nächsten drei Wochen geht meine Lebensreise auch noch hier durch Südostasien und beschert mir und euch weitere Bilder und Geschichten…

Anton Glitzerblatttroll

Loi Krathong

Vergangene Woche gab es hier in Chiang Mai ein großes Leuchtefest.

Chiang Mai, das ist die Stadt in Thailand, in der ich mit meiner Trollmama vor mittlerweile zwei Wochen gestrandet bin und in der die Trollmama diese lustigen Verrenkungen und das Menschen mit den Daumen Pieksen lernt, das sie „Thaimassage“ nennt. Auch das ist sehr interessant anzugucken, aber eigentlich will ich euch lieber etwas über das Leuchtefest erzählen. Das guckt sich nämlich noch ein bisschen schöner an als das Thaimassieren.

Loi Krathong nennen die kleinen Thailänder dieses Fest und schon ein paar Tage vorher ist die ganze Stadt ganz aufgeregt. Loi bedeutet schwimmen oder schweben und ein Krathong ist ein kleines Boot mit einer Kerze und Räucherstäbchen drauf. Das Boot kann man dann angezündet (natürlich nur an den Spitzen der Kerzen und Räucherstäbchen) in einen Fluss setzen und dann schwimmt es weg und mit ihm aller Ärger und aller Trollgroll und alle dunklen Seelenflecken. Wir haben das aber am Anfang nicht richtig verstanden und haben auf unsere Krathongs auch noch Wünsche gepackt. Hoffentlich sind sie mit dem zusätzlichen Wunschgewicht nicht untergegangen.

In der Thaimassageschule von der Trollmama haben wir an den Tagen vor dem Fest in der Mittagspause genau solche Krathong-Boote gebastelt, aus Bananenblättern und Blumen, die man an eine Holzscheibe rantackert. Zum Glück war ich an diesen Tagen als Besuch dabei und konnte mich ein bisschen nützlich machen.

Die fertigen Boote sahen dann so aus:

Oder so. Die hier unten haben wir aber gekauft, die Trollmama und ich. Also, ehrlich gesagt hat die Trollmama sie bezahlt.

Abends haben wir schließlich alle drei Krathongs, das gebastelte und die zwei gekauften, ins Wasser gesetzt und sie mit ihrer Ladung aus Wünschen und Seelenflecken schwimmen gelassen. Soweit ich sie noch sehen konnte, sind sie auch tatsächlich an der Oberfläche geblieben. Gut, dass ich einen relativ leichten Wunsch drauf gesetzt habe.

Außer dem Boote schwimmen lassen gab es aber in Chiang Mai noch ein paar andere Rituale zu Loi Krathong. Zum einen gab es überall Laternen und alles war schön verziert, vor allem die Klöster und Tempel (und davon gibt es hier in Chiang Mai einige, das kann ich euch sagen!). Zum anderen habe ich diverse glitzernde Paraden durch die Stadt ziehen sehen und viele Mönche beobachtet, die rumgelaufen und rumgestanden sind, um Spenden von den feiernden Menschen entgegen zu nehmen.

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Das allermagischte an dem Loi Krathong Fest war die Laternennacht. Die Laternen machen im Prinzip das gleiche wie die Krathongboote. Sie nehmen die dunklen Seelenflecken mit in den Himmel. Diesmal war ich auch vorsichtig und habe keinen Wunsch mit drauf geladen. Nicht, dass am Ende alles wieder auf mich herunterfällt, habe ich mir gedacht.

Ich kann euch sagen, an diesem Abend waren einige dunkle Seelenflecken unterwegs. Ich bin mir nicht ganz sicher, was mit denen passiert, wenn die Laternenfeuer ausgehen und die Papierleichen wieder Richtung Erde segeln. Möglicherweise ist das Ganze nämlich einfach nur ein großer Seelenfleckenaustausch. Vielleicht habe ich jetzt die von der Trollmama und sie hat meine. Oder wir haben alle beide neue thailändische Seelenflecken. Hoffentlich nur ein paar kleine, von den thailändischen Mönchen. Hmm… und vielleicht hat der Herr Buddha auf dem Bild schon bald meine Seelenflecken? Naja, die Mönche in dem Kloster werden es schon merken, wenn er sich auch einmal seltsam benimmt und anfängt ihnen kleine Streiche zu spielen. Hihi.

Ach ja, das Ganze findet übrigens bei Vollmond statt. Ich vermute, damit man schönere Bilder mit Mond machen kann.

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Hier seht ihr, wie ich meine Seelenflecken in die Luft schicke. Weil die Laterne mich beinahe mit kompletter Seele und dazu gehörigem Trollkörper mit in die Luft genommen hätte, habe ich mir ein paar Hilfshände besorgt.

Da fliegen sie, meine Seelenflecken…

Und ich bin einen Moment lang wieder ganz frei. Zumindest so lange, bis die Flecken aus einer dieser vielen Laternen auf meinem Kopf landen und sich neu auf meiner Seele niederlassen.

Vielleicht ist aber beim Leuchtefest tatsächlich keine Laterne über mir ausgegangen. Seit dem Fest letzte Woche ist nämlich kein einziger meiner schlechten, trollischen Charakterzüge zu mir zurückgekehrt und ich habe auch noch keine neuen, fleckenhaften Eigenschaften an mir entdecken können. Ich bin ausgeglichen wie nie, verspüre keinen Neid mehr auf andere Menschen und Trolle, wenn sie von tollen Reiseerlebnissen erzählen, und lasse mich durch nichts, aber auch gar nichts, stressen. Vielleicht habe ich aber auch einfach nur ein paar besonders gute Lügenflecken abgekriegt…

 

Anton Laternentroll