Bye bye, China!

Ein bisschen Chinesisch habe ich ja doch gelernt hier. Zur Begrüßung sagen die Chinesen „Ni hao“. Danke heißt sowas wie „Schi schie“ und für Tschüss wurde mir tatsächlich „Bye bye“ beigebracht. Das wäre das, was man hier umgangssprachlich sagt. Die Trollmama und ich habens ausprobiert – es funktioniert! Dutzende an Verkäufern, Essensstandinhabern und anderen chinesischen Menschen haben uns auf unser „Bye bye“ hin in den vergangenen Wochen ebenfalls ein fröhliches „Bye bye“ hinterhergerufen. Jetzt müssen wir aber bald nicht mehr nur zu einzelnen Chinesen, sondern gleich zum ganzen China „Bye bye“ sagen.

Morgen Früh nehmen die Trollmama und ich nämlich den Bus raus aus China, rein nach Vietnam. Von Nanning nach Hanoi. Acht Stunden Fahrt, dann sind wir wieder in einer anderen Welt.

Ein bisschen in einer anderen Welt sind wir ehrlich gesagt jetzt schon. Wir sind von Shanghai aus einen ganzen Tag Zug gefahren (aber lange Zug fahren können wir ja jetzt schon ganz gut), nach Südchina nämlich. Auf der Zugfahrt haben wir einen kleinen Eindruck bekommen, was Südchina landschaftlich alles zu bieten hat. Das war sehr anders als in Bejtsching und Shanghai und außerordentlich schön. Und wir haben auch fast keine Chinesen da draußen zwischen den hübschen Bergen rumwuseln sehen. Bei dem Anblick waren wir ein bisschen traurig, nicht mehr Zeit hier im Süden zu verbringen. Aber wer ist schon ein echter Reisetroll, der nicht schon die nächsten Reisen im Kopf hat?

Auf der Fahrt haben wir außerdem einen 51-jährigen chinesischen Geschäftsmann kennengelernt, mit dem wir uns die letzten fünf Stunden vor der Ankunft unterhalten haben und der uns dann noch in ein Taxi zum Hostel gesetzt hat. Der war wirklich sehr nett. Konnte leider kein Englisch und wir ja nur oben genannte Wörter in Chinesisch. Wir haben aber einfach die Kommunikationsmethode gewählt, die ihr auf dem Bild sehen könnt. Zusammen mit seinem Handyübersetzungsprogramm (das uns manchmal wirklich lustige Sätze wie „Do you want to come out to play?“ geliefert hat) hat das für fünf Stunden gereicht.

Ihr könnt ja mal raten, worüber wir uns alles unterhalten haben!

Jetzt sitzen wir beiden also im einzigen Hostel in Nanning und es scheint hier nur Reisende zu geben, die entweder gerade aus Vietnam kommen oder da hin wollen. So wie wir.

Ja, und weil heute mein letzter Tag in China ist, möchte ich euch gerne noch ein paar Eindrücke aus Shanghai liefern, da haben wir ja schließlich eine ganze Woche (inklusive eines Ausflugs ins nahe gelegene Hangzhou) verbracht. So sieht Shanghai im Modell im Stadtplanungsmuseum aus. Ganz schön groß (und das auf dem Bild ist auch nur ein kleiner Teil davon). Fast 25 Millionen Menschen wohnen da zwischen diesen roten chinesischen Zeichen.

Shanghai kam mir tatsächlich recht anders als Bejtsching vor, obwohl es da auch einfach unglaublich viele Chinesen gab. Aber es gab auch viel mehr Menschen, die ausgeschaut haben wie die Trollmama. Ich glaube viele davon haben da quasi ständig gewohnt. Deswegen wurde die Trollmama in Shanghai auch deutlich weniger angestarrt als in Bejtsching, ich glaube die Menschen da kennen so weiße Gesichter und so helle Haare, wie sie die Trollmama hat, schon ein bisschen. Fotos mit der Trollmama machen wollten trotzdem viele.

Ein großer Unterschied war auch, dass ich in Shanghai viel mehr unglaublich hohe und vor allem nachts wunderschön leuchtende Häuser gesehen habe als in Bejtsching.

Auf eines haben wir uns sogar hochfahren lassen. Das Haus hatte einen lustigen Namen, es hieß „Flaschenöffner“ oder so ähnlich.

Wuhuu, auf 423 Metern Höhe. Da freut sich der Höhentroll.

Und wenn es erstmal leuchtet, ist es sowieso noch viel schöner.

Außerdem gab es einen Teil, wo es ganz schön viel Wasser auf den Straßen gab. Tschibao Wasserstadt haben die das genannt. Und statt Autos haben die auf ihren Unterwasserstraßen Boote benutzt. Aber es gab auch Wege für Fahrräder und Motorroller dazwischen. Gar keine ganz echte Wasserstadt also.

In Shanghai habe ich auch wieder so schöne Gärten mit Seen und alten chinesischen Gebäuden (und unglaublich vielen Menschen drin) gefunden, wie in Bejtsching. Nur dass man direkt hinter den alten chinesischen Gebäuden oft auch recht neue chinesische Gebäude gesehen hat.

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Aber ganz Vieles sah in Shanghai auch fast ein bisschen so aus wie bei uns daheim in Europa. Wahrscheinlich, weil die Shanghaier vor so einigen Jahren auch den Engländern und den Franzosen und den Amerikanern erlaubt haben, hier einzuziehen. Und die haben sich ein wenig zwischen den ganzen Chinesen verbreitet und Sachen, die sie in Europa oder Amerika gern gehabt haben, mitgebracht.

Englischen Tee zum Beispiel. Wir haben aber auch französischen Wein und französische Croissants entdeckt. Und auch ganz viel amerikanische Küche, schnellere aber.

In Hangzhou, einer Stadt in der Nähe von Shanghai, waren wir auch noch, zusammen mit einer netten kleinen Kanadierin, die wir uns wieder einmal im Hostel angelacht haben. Uns wurde gesagt, Hangzhou wäre das Paradies der Großstadtchinesen. Da wollten wir uns das natürlich auch mal angucken. Ein bisschen paradiesisch war es schon.

 

 

Aber ich weiß trotzdem noch nicht, ob das mein bestes Trollparadies ist. Dafür gab es da vielleicht auch wieder ein bisschen zu viele Menschen um den See herum. Aber dafür, dass es mitten in einer Millionenstadt liegt und man mit der U-Bahn hinfahren kann, war es da am West Lake in Hangzhou schon nicht so schlecht. Vor allem abends mit den ganzen schönen Blinkelichtern.

So, das wars jetzt also mit China. Das dritte Land auf unserer Reise. Schön wars hier. Bisschen viele Chinesen vielleicht. Aber gerade der Südwesten des Landes hat mein reisetrollsches Interesse geweckt. Möglicherweise kommen wir mal wieder. Hab die Trollmama ja ganz gut im Griff, was Reiseziele angeht. Hehehe.

Bis bald aus Vietnam!

Anton (Weiter)Reisetroll

 

 

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