In China essen sie Hunde!

Das hat man mir zumindest gesagt. Selbst habe ich das noch nicht gesehen, aber andere Reisende haben behauptet, es gäbe in Peking Essensläden mit Hundewelpen im Schaufenster. Die Reisenden, die das gesagt haben, haben sich aber keinen bestellt, konnten leider also nicht ganz aus erster Hand (beziehungsweise aus erstem Mund) berichten.

Eigentlich ist mir das auch ein bisschen egal, weil ich habe mich auch ohne auf Hunde zu treffen fleißig durch die chinesische Essenslandschaft gefuttert. Und da ich ein ebenso großer Schweinefreund wie Hundefreund bin, bin ich Menschen und Trollen, die Schweine essen, nicht böser oder weniger böse als Menschen und Trollen, die Hunde essen. Aaaaaber. Es gibt da ja auch noch ganz andere Sachen. Das Highlight findet ihr ganz am Schluss des Artikels. Ich muss ja schließlich den Spannungsbogen halten. Ihr könnt schon mal raten, was es war!

Ich fang erst einmal ganz normal an. Bei McDonalds. Da gibt es nämlich einen weißen Burger, den es glaube ich nur hier gibt. Der heißt auch irgendwas mit „China Burger“ und schmeckt – wenig erstaunlich – irgendwie chinesisch. Bin kein Burgertroll, aber den musste ich probieren. Und eigentlich war er ganz gut. Vielleicht war auch Hund drauf.

Nummer zwei: Diese leckeren Instantnudeln gab es überall, wo es Touristen gab. Touristenkioske haben hier nämlich nicht nur Schokoriegel, Chips und Getränke, sondern im Normalfall auch – Instantnudeln, inklusive heißem Wasser und Klappgabel. Übrigens eines der wenigen Male, dass ich eine Gabel benutzen durfte.

Und natürlich gibt es überall in China Reis. Das hier unten war einige Male das Frühstück von der Trollmama und mir. Danach braucht man dann im Normalfall auch bis Abends nichts mehr essen. Praktisch, oder? Es ist übrigens nicht so leicht, was ohne Fleisch zu finden. Und wenn es kein Fleisch gibt, dann gibt es als Ersatz Unmengen an Ei. So wie hier.

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Nudeln dürfen in China auch nicht fehlen. Die hier waren sehr lecker, aber die Chinesen haben doch wieder mal etwas Fleisch reingeschmuggelt, was die Trollmama eigentlich gar nicht so gerne mag. Aber wenn man nur auf Bilder deuten kann, muss man wohl nehmen, was drin ist. Ich habe das Fleisch dann für die Trollmama gegessen. Mittlerweile bin ich mit den Stäbchen nämlich so gut geworden, dass ich selbst bestimmen kann, was ich drauflade und es nicht von den Stäbchen bestimmen lassen muss.

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Und obwohl manche Leute uns gewarnt haben, haben wir heimlich doch ein bisschen Essen von so Wägelchen auf der Straße gegessen. Das war nämlich das leckerste und günstigste zugleich. Bei dem Herren hier durften wir uns Spieße aussuchen, die der dann für uns gegrillt hat. Wir sind zum Glück alle beide von den Angriffen fieser Magenbakterien verschont geblieben. Die Trollmama hat die ja eigentlich auch schon in Ulan Bator besiegt, hoffentlich trauen sie sich nicht nochmal her.

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In einem echten chinesischen Hummerrestaurant waren wir auch. Das war so gut, dass wir vorher erst einmal eine halbe Stunde auf Hockern auf der Straße gewartet haben um einen Platz zu bekommen. Dafür gabs aber Sonnenblumenkerne als Vorspeise.

Drinnen gab es dann was ganz anderes in Schale. Und so sehr sich die Trollmama immer über Fleisch im Essen beschwert, da geht dann halt doch die Neugierde mit ihr durch und sie isst sogar Tierchen, die ihr noch in die Augen schauen können. Pfffft. Versteh das einer. Man muss zur Verteidigung sagen, dass es auch noch ganz viel anderes Essen dazu gab, viele kleine Schälchen mit Gemüse und Reis und paniertem Fisch und und und. Also nicht nur Augentierchen.

Das nächste sieht erst einmal recht ähnlich aus, ist aber ganz was anderes. Eines Abends hier in Shanghai waren wir mit einer Kanadierin und zwei Chinesinnen Hotpot essen. Da kriegt man so einen heißen Topf mit verschiedenen Soßen und dazu verschiedenes Fleisch und Gemüse und das schmeißt man dann da rein und holt es nach einer Weile wieder raus. Das war eines meiner Lieblingsessen! Wegen der Actionkomponente.

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Die Actionkomponente wurde sogar noch erhöht, als der Herr Kungfunudelmacher kam. Wenn man Kungfunudeln bestellt, kommt der Herr Nudelmacher mit Nudelteig an den Tisch, wirbelt den elegant durch die Gegend, bis er zu langen Nudeln wird, und wirft die schließlich in den heißen Topf zu unserem Fleisch und Gemüse. Leider hat er zu schnell gewirbelt, um auf dem Foto schön auszusehen.

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Und schließlich noch die bekannte Bejtsching Duck. Die schaut einem nicht mehr in die Augen, wird aber im Ganzen zubereitet und dann neben dem Tisch vom persönlichen Koch für einen aufgeschnitten. Wir haben natürlich nicht die ganze Ente alleine gegessen, sondern sie mit einer netten Polin aus unserem Hostel und einer netten Koreanerin, die wir im Museum gefunden haben, geteilt.

Man beachte den Maulkorb. Vielleicht hat der in die letzte Ente heimlich reingebissen, da wollten sie diesmal auf Nummer sicher gehen.

Am Schluss hat man dann die Ente in kleinen Stückchen auf extra dafür hergestellten Entenfleischwärmern (das steht sogar drauf!) auf dem Tisch und darf sie dann mit dem Selbstbauset selbst zu einem Essen zusammenbauen. Das in der Tasse ist übrigens heißes Wasser, das kriegt man hier recht häufig zum Essen dazu. Zum Glück habe ich erst einmal geguckt, was die anderen machen, und mir nicht gleich meine Trollfüße drin gewaschen. Die trinken das nämlich eigentlich.

So sieht das am Ende aus. Frühlingszwiebel, Gurke, Knoblauch, Sojasoße und Ente in einen kleinen Pfannkuchen, rollen und mit den Stäbchen in den Mund. Große Herausforderungen für meine kleinen Trollfinger.

Vor der Bejtsching Duck waren wir gemeinsam in Bejtsching in der Food Street. So etwas habe ich ja mein ganzes Leben noch nicht gesehen. Ich war ganz schön fasziniert, aber gleichzeitig habe ich fast ein bisschen geweint, weil es so viele Leichen und Noch-nicht-aber-bald-Leichen gab. So wie die hier. Die waren auf jeden Fall schon tot.

Die hier glaube ich auch. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.

Der hier war noch sehr lebendig. Aber ich glaube es war ein Skorpionmörder. Mich mochte er, aber ein bisschen froh war ich schon, aus den Fingern wieder rauszukommen. Nicht, dass der mich noch verwechselt.

Ein weiterer Skorpionmörder.

Das Skorpionsgemeine (die Hunde lasse ich hier mal aus dem Spiel) war, dass die sich auf den Stäbchen noch bewegt haben. Noch-nicht-aber-bald-Leichen also.

Auch nochmal in größerer Auswahl. An der Anzahl an Bildern bemerkt ihr meine Faszination.

So, und jetzt wirds hart. Die Faszination hat uns nämlich alle unter den Arm geklemmt und ist mit uns durchgegangen. Das koreanische Mädchen wollte zuerst unbedingt einen Skorpion mit uns teilen, aber das konnten die Trollmama und ich abwenden. Wir haben uns stattdessen für gegrillte Grashüpfer entschieden.

Und ich hab auch die Trollmama beim dran Knabbern erwischt.

Natürlich wurden auch die Herren Chinesen auf uns aufmerksam und schwuppdiwupp stand ein Skorpionchinese neben der Trollmama und wollte Bilder machen.

Na dann! Guten Appetit!

Anton Heuschreckenfresser

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Ein Kommentar

  1. Rosi · Oktober 14, 2015

    Na, da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen ;o)

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