Tour de Mongolie – zweite Etappe: Bergkloster, Klosterberge

So, und hier kommt die zweite Etappe unserer Reise durch die Landschaften der Mongolei. Wie ich euch schon angekündigt habe, Kloster und Berge und Bergkloster und Klosterberge. Und ein bisschen Wasser.

In diesem Kloster hat uns unsere Führerfrau eine Aufführung des ca. 80-jährigen Klosterwächters mit einem traditionellen mongolischen Instrument versprochen. Ich musste mir ein kleines Kichern verkneifen, als er uns dann mit würdevollem Blick ein fünfminütiges Stück auf einer Maultrommel gespielt hat. Die Trollmamas und der Trollstiefpapa haben es aber ganz gut hingekriegt würdevoll zuzuhören.

Das Ongiin Khiid Kloster. Bevor die Kommunisten kamen, waren die Ruinen auf dem Bild noch ganze Tempel. Und es gab ein paar mehr Mönche. Aktuell gibt es zwei erwachsene Mönche und fünf Mönchschüler. Nicht mehr so viel. Aber mehr hätten vielleicht auch keinen Platz.

Wenn man an diesen Gebetsmühlen dreht, wird man weise. Da sind Bücher drin und wenn man die nicht lesen will, dreht man einfach ganz viel, dann gehen die Inhalte von alleine in den Kopf. Wenn das mal deutsche Studenten rauskriegen.

Wasser gabs in den Bergen deutlich mehr als in der Steppe. Grün auch.

Der Orkhon Wasserfall.

Da haben die Herren und Frauen Buddhisten wieder bunte Tücher um einen Baum geknotet. Ich muss sagen, das gefällt mir. Vielleicht werde ich doch noch Buddhist.

Ein bisschen Märchenwald gabs auch.

Das Wasser gabs auch in Seeform. Das war allerdings eine sehr kalte Form von Wasser. Und eine sehr kalte Form von Land gabs da auch. In einer Nacht hatte es minus 10 Grad um unser Ger herum. Drinnen gabs aber mindestens zwei kuschlige Plusgrade, unsere Wasserflaschen waren nämlich gar nicht gefroren.

Ein Vulkansee, der White Lake, aus der Ferne. Von hier kann man erkennen, warum er weißer See heißt.

Von Nahem hätte ich eher auf Black Lake getippt.

Uiuiuih. Oder Purple Lake, mit Feuer am Himmel.

Und es gibt da auch Vulkane. Ganz schön tiefe.

Der Khorgo Vulkan. Falls das Sprengtrolle waren, haben sie ganze Arbeit geleistet.

Aber außenrum wars trotzdem sehr hübsch.

Auch wenn der ein oder andere Baum nicht ganz so glücklich aussah.

Ich bin sogar ganz mutig in den Krater geklettert. Und siehe da: Die Buddhisten waren schon wieder vor uns da! Steinhaufen und blaue Bänder überall.

Auch Trolle überall.

Und auch außenrum um den Vulkan wars spannend. Troll musste aber gut aufpassen um nicht auf Nimmerwiedersehen in einer Steinspalte zu verschwinden. Das waren diesmal nicht die Buddhisten, glaub ich.

Ganz am Schluss sind wir noch in das erste und auch das größte Kloster der Mongolei gefahren, das Erdenezuu Khiid Kloster in Kharkhorin, der ehemaligen Hauptstadt des Reichs vom Herrn Gin Gis Khan. Wir haben auch eine Führung bekommen von einem netten Herrn Mongolen. Der hat uns erzählt, dass der Dalai Lama eine Erfindung der Mongolen ist. Der Herr Mongolenfürst Altan Khan hat nämlich den dritten Dalai Lama einfach so genannt und den zwei vorhergehenden Buddhistenführern nachträglich den gleichen Titel gegeben. Da hatten sie glaub ich auch nicht mehr viel davon. Und ganz zufällig wurde dann der vierte Dalai Lama in der Familie vom Herrn Altan Khan als Reinkarnation wiedergefunden, als sein Urenkel nämlich (das hört sich für mich aber sehr nach Trollpraktiken an… vielleicht sind wir Trolle und die Herren Buddhisten ja doch vom gleichen Schlag). Dalai Lama ist übrigens mongolisch und heißt Ozean der Weisheit oder so ähnlich. Ich glaube, deswegen sind die auch immer in den Bergen, wegen dem Wasser. Wenn es schon keinen Ozean in dem Land gibt. Und wo es kein Wasser gibt, machen sie blaue Bänder hin. Ganz schön schlau.

Was ich auch toll fand, war, dass die Herren und Frauen Buddhisten ihrem Meister Buddha immer Süßigkeiten zum Essen geben. Ich war schon versucht, den ein oder anderen Keks aus dem Opferschälchen zu stibitzen, aber ich hab mich dann doch vor dem bösen Karmatroll gefürchtet, mit dem die schon fürs Geld Einsammeln gedroht haben. Hihi… und die Trollmama hat den Herrn Klosterführer auch ein bisschen aus dem Konzept gebracht, als sie gefragt hat, ob man die „offering cakes“ (er hatte uns gerade hübsch verzierte, 50 Jahre alte Kuchen in einer Vitrine gezeigt) theoretisch essen kann. Da hatte sie wohl ähnliche Gedanken wie ich. Der Herr Klosterführer hat das dann mit heftigem Kopfschütteln und Armewedeln verneint und die Trollmama auch den Rest der Führung nicht mehr aus den Augen gelassen.

Der hat mich gleich mal erschreckt. Aber ich ihn offensichtlich auch.

Die drei ältesten Tempel auf dem Gelände. Sonst steht auch nicht mehr viel. Da waren wieder die Kommunisten am Werk.

Glaubt ihr, das sind Trollgesichter? Mich würde das langsam nicht mehr wundern.

Und so siehts von außen aus. Mit buddhistischen Kühen davor.

Das war schon ganz schön spannend! Und ich hab das alles gelernt ganz ohne Gebetsmühlen zu benutzen. Aber vielleicht mach ich das das nächste Mal. So viel Zuhören ist schon auch anstrengend für meine kleinen Trollohren.

Anton Dalai Troll

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